SommerMomente sammeln – warum Übergänge so wertvoll sind

Der Sommer geht. Nicht von einem Tag auf den anderen – aber man spürt es. Das Licht wird anders. Die Abende kürzer. Und die Wärme auf der Haut – die fühlt sich kostbarer an als noch vor ein paar Wochen.
Kinder spüren das auch. Sie können es noch nicht benennen – aber sie fühlen, wenn sich etwas verändert. Wenn der Garten anders klingt. Wenn die Wärme auf der Haut sich anders anfühlt als noch vor ein paar Wochen.
Übergänge brauchen Zeit
Wir sind es gewohnt, Übergänge schnell zu nehmen. Sommer vorbei, Herbst da, weiter. Die Jacken kommen raus, die Sandalen verschwinden im Schrank.
Aber was, wenn wir kurz innehalten würden? Den Sommer nicht einfach vorbeiziehen lassen, sondern ihn noch einmal bewusst spüren – bevor er geht?
Frederick, die kleine Maus aus Leo Lionnis gleichnamigem Bilderbuch, macht genau das. Während die anderen Mäuse Vorräte sammeln, sammelt Frederick etwas anderes: Farben, Wärme, Sonnenstrahlen. Bilder des Sommers, die er in den Winter mitnehmen kann.
Was die anderen Mäuse in Körnern und Nüssen sammeln, sammelt Frederick in Bildern. Beides wird gebraucht – wenn der Winter kommt.
Was Kinder im Übergang brauchen
Kleine Kinder leben im Jetzt. Übergänge spüren sie – auch wenn sie sie nicht benennen können. Was sie brauchen, ist jemand, der diesen Moment mit ihnen hält.
Sinneserlebnisse draußen sind dabei etwas ganz Besonderes. Sie lassen Kindern Raum zum Entdecken und Erleben – für freies Spiel und viel Fantasie.
Eis, das in den Händen schmilzt. Matsch, der kalt und schwer ist und unter den Fingern nachgibt. Wasser, das fließt und immer einen eigenen Weg findet. Farben, die ineinanderlaufen und etwas Neues entstehen lassen.
Momente voller Staunen und einem Hauch Abenteuer.
Kinder greifen, riechen, schmecken, hören – und genau so entsteht ihr Bild von der Welt. Was sie mit den Sinnen erfahren haben, vergessen sie nicht.
Und was ist unsere Rolle dabei?
Unsere Rolle ist einfacher, als wir manchmal denken.
Wir dürfen begleiten. Beobachten. Da sein.
Ein ruhiger Blick, eine offene Haltung – und Zeit. Einfach Zeit. Kinder spüren, wenn sie gesehen werden. Wenn jemand da ist, der wartet, schaut, mitgeht. Das gibt ihnen die Sicherheit, sich wirklich einzulassen.
Und manchmal – ganz nebenbei – entschleunigen wir selbst. Wir sehen, was ein Kind sieht. Wir erinnern uns, wie es sich anfühlt, einfach neugierig zu sein.
Sommermomente sammeln
Der Sommer muss nicht festgehalten werden. Aber er darf gefeiert werden – bevor er geht.
Mit einem Nachmittag im Garten. Mit Wasser und Farbe und Matsch. Mit dem Gefühl von Wärme auf der Haut, das man nicht vergisst.
Das sind die Erinnerungen, die bleiben. Als Bild, als Körpergefühl, als gemeinsame Momente.
Genau wie Frederick, der seine Sonnenstrahlen in den Winter mitnimmt.
In den SinnesWelten entstehen solche Räume – jahreszeitlich, sinnlich, offen. Wenn du neugierig bist, schau gern vorbei.
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